Schwachwindige Meisterschaft der H-Boote

Den 50. Geburtstag der H-Bootklasse, einem Dreimannkielboot, haben ihre Segler mit der Internationalen Deutschen Meisterschaft im September auf dem Wannsee gefeiert. Für mich war es die erste Teilnahme an einer solchen Meisterschaft nach 37 Jahren. Möglich war dies nur, weil sie auf unserem Heimatrevier stattfand, wir also auch ohne ein für den Transport des 1,5 Tonnen schweren Bootes benötigten großen Autos teilnehmen konnten.

Der gastgebende SV03 hatte für die 42 teilnehmenden Boote seine halben Hafen freigeräumt und erwies sich als perfekter Gastgeber. Doch die nach der Segelnummer und damit nach dem Alter der Boote zugeordneten Liegeplätze machten schnell klar, dass wir mit dem zweitältesten Schiff der Flotte antraten. Viele Konkurrenten hatten zudem noch in neue Segel investiert.

Doch weniger als das Material sollten bei den schwachwindigen Bedingungen, bei denen wir an einem Tag überhaupt nicht segeln konnten, die Nerven entscheiden. Denn die waren wichtig, um den richtigen Riecher für den schwierigen Wind zu entwickeln. So verwunderte es nicht, dass auch immer wieder sonst gute Segler verzweifelt nach hinten segelten und richtige Ausrutscher einfuhren.

Davon blieben aber auch wir nicht verschont, als wir in der 3. Wettfahrt letzte wurden und nur Dank fünf Frühstartqualifikationen den 37. Platz erreichten. Die nächste Wettfahrt begann für uns auch noch mit einem völlig verpatzten Start. Doch konnten wir uns schnell freisegeln und waren mit etwas Glück plötzlich erste an der ersten Boje. Im Ziel dann immerhin noch 3.

Das hochkarätige Teilnehmerfeld war bei den Starts immer direkt an der Linie. Das provozierte viele Fehlstarts und führte zu insgesamt 14 Frühstartdisqualifikationen. Diese sowie die ersegelten Ausrutscher nach hinten ließen so manchen Favoriten bis hin zu früheren Meistern straucheln. Am Ende wurden wir mit den Plätzen 13, 19, 37, 3, 30, 7, 26 und 5 noch insgesamt zehnte und konnten damit recht zufrieden sein.

Sven Hansen